Pressemitteilung: Delegation der Friedenswerkstatt Mutlangen sprach vor der UNO

  •          Ein langjähriger Friedensaktivist und eine junge Frau sprachen heute vor den Diplomaten der Vorbereitungskommission zum atomaren Nichtverbreitungsvertrag bei der UNO in Genf.
  •          Dem deutschen Botschafter in Genf wurde das „Mutlanger Manifest“ übergeben.
  •          Forderung: Die verbleibenden Atomwaffen sollen aus Deutschland abgezogen und der UN-Atomwaffenverbotsvertrag unterzeichnet werden.
     

Die deutsche Delegation der Friedenswerkstatt Mutlangen und des Internationalen Versöhnungsbundes hat heute in Genf vor den Diplomaten der Vorbereitungskommission zum nuklearen Nichtverbreitungsvertrag (NPT-PrepCom) gesprochen. Wolfgang Schlupp-Hauck (Friedenswerkstatt Mutlangen) trug die Rede gemeinsam mit Jessica Britsch (Praktikantin bei der DFG-VK in Stuttgart) vor.

„Der INF-Vertrag wurde vor dreißig Jahren von Ronald Reagan und Michail Gorbatschow unterzeichnet. Es war zum ersten Mal, dass eine ganze Klasse von Atomwaffen abgerüstet wurde, anstatt nur Grenzen festzulegen. ... So war der Vertrag ein zentrales Element zur Überwindung des Kalten Krieges“, betonte Schlupp-Hauck die Bedeutung des Vertrages über die Vernichtung aller nuklearen Flugkörper mit mittlerer und kürzerer Reichweite.

Sorge um die Zukunft des INF-Vertrages

Gleichzeitig äußerten Schlupp-Hauck und Britsch Sorge über die Zukunft des INF-Vertrages: „Wir sind besorgt, dass die technischen Aufrüstungen von Atomwaffen eine nicht zu kontrollierende weltweite Aufrüstungsspirale in Gang setzen“. Über zahlreiche Atomwaffenstaaten hinweg seien derartige Aufrüstungsprogramme geplant oder in der Umsetzung, auch die US-Atomwaffen in Büchel in der Eifel sollen technisch aufgerüstet werden. „Wir glauben, dass die Existenz und Einhaltung von Abrüstungsverträgen Sicherheit schafft“, so Friedensaktivist Schlupp-Hauck.

Wolfgang Schlupp-Hauck und Jessica Britsch betonten zudem die Verantwortung der deutschen Bundesregierung: „Die humanitären Folgen des Einsatzes von Atomwaffen sind so katastrophal, dass es keine Rechtfertigung für ihre Produktion, ihre Bereithaltung und ihren Einsatz gibt. Atomwaffen müssen wie andere Massenvernichtungswaffen geächtet und verboten werden ... Wir rufen alle Staaten – als Deutsche insbesondere unsere Regierung – dazu auf, dem Vertrag über das Verbot von Kernwaffen so bald wie möglich beizutreten.“

Unter den weiteren Rednern befanden sich die Bürgermeister von Hiroshima und Nagasaki, eine Überlebende der Atombombenabwürfe und Vertreter von ICAN (International Campaign for the Aboltion of Nuclear Weapons), welche im Dezember den Friedensnobelpreis erhalten hat.

Diplomaten aufgefordert, die Versprechen des Nichtverbreitungsvertrages zu halten
Bereits am Montag (23. April 2018) waren in der gemeinsamen Delegation Vertreterinnen und Vertreter verschiedener deutscher Friedensorganisationen und engagierte junge Menschen in Genf eingetroffen. Am Montagvormittag begrüßten sie die Diplomaten der nuklearen Überprüfungskonferenz vor der UNO in Genf. Mit großen Transparenten forderten sie, die Versprechen des atomaren Nichtverbreitungsvertrages zu halten und alle Atomwaffen zu verbieten! Dabei kam die Delegation auch mit Touristen, Passanten und Medienvertretern ins Gespräch.

Am Dienstag thematisierte ein internationaler Workshop mit Susi Snyder (Pax, Niederlande) und Pavel Podvig (UN Institute for Disarmament Research, Genf) das „Mutlanger Manifest“ und den INF-Vertrag (Vertrag zur Abrüstung nuklearer Mittelstreckenraketen). Im Rahmen des Workshops wurde ein Grußwort der Mutlanger Bürgermeisterin Stephanie Eßwein vorgetragen und dem deutschen Abrüstungsbotschafter bei der UNO in Genf, Herrn Michael Biontino, das „Mutlanger Manifest“ übergeben. Vertreter der USA und Russlands sollen das Manifest heute erhalten.

In den kommenden Tagen haben die jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Delegation Gelegenheit, die Verhandlungen der Diplomaten zu beobachten und an einem umfangreichen Rahmenprogramm teilzunehmen.

Kontakt für Medienvertreter:
Wolfgang Schlupp-Hauck (Leiter der Delegation) Mobil: +49 0176 50628377

Mit freundlichen Grüßen

Simon Bödecker

 

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Foto: Gruppenbild - Delegation in Genf

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