AG Frieden: Internationaler Tag der Kriegsdienstverweigerung am 15. Mai

Seit 1982 wird der Internationale Tag der Kriegsdienstverweigerung am 15. Mai jedes Jahres begangen. Kriegsdienstverweigerung ist ein Menschenrecht – gerade im Krieg. Verfolgte Kriegsdienstverweiger:innen und Deserteur:innen brauchen Schutz & Asyl!

Es gibt mindestens 250.000 Militärdienstpflichtige aus Russland, die seit Beginn des Krieges gegen die Ukraine das Land verlassen haben und Schutz in anderen Ländern suchen. Schätzungsweise 22.000 belarussische Militärdienstpflichtige haben ihr Land verlassen, weil sie sich nicht an einer möglichen Beteiligung am Krieg in der Ukraine beteiligen wollen. In der Ukraine wird die Zahl der Personen, die versuchen, sich dem Kriegsdienst zu entziehen und in die EU geflohen sind, nach Zahlen von Connection e.V., auf 325.000 geschätzt. Die Ukraine erkennt das Menschenrecht auf Kriegsdienstverweigerung nicht an; die bestehenden Regelungen werden gerade weiter verschärft. Jetzt verweigert ihnen die Ukraine die Verlängerung von Personalpapieren im Ausland, mit dem Ziel, sie zur Rückkehr zu zwingen. Wir fordern, dass Deutschland den Betroffenen Ersatzpapiere ausstellt.
Rund um den Internationalen Tag der Kriegsdienstverweigerung gibt es über 30 Aktionen in Deutschland, so auch in Trier, und Proteste in verschiedenen weiteren Ländern, darunter Litauen, der Türkei, Italien, Großbritannien und Österreich.

„Kriegsdienstverweigerung ist ein Menschenrecht“, so Rudi Friedrich von Connection e.V. “Kein Mensch darf gezwungen werden, gegen sein Gewissen zu Töten und Töten zu lernen. Das gilt gerade auch im Falle eines Krieges.“ Dr. Christine Schweitzer vom Bund für Soziale Verteidigung fügt hinzu: „Es ist unerträglich, dass immer noch von Männern und Frauen erwartet wird, das Töten und Vernichten von Menschen zu lernen und im Krieg zu praktizieren. Während innergesellschaftlich Gewalt zu Recht verboten ist, müssen sich bei der Vorbereitung auf Krieg jene rechtfertigen oder werden sogar bestraft, die sich weigern zu morden.“

Deshalb lehnen wir auch eine Reaktivierung der Militärdienstpflicht oder gar eine allgemeine Dienstpflicht in Deutschland entschieden ab. „Wir sehen eine psychologische und materielle Vorbereitung auf Krieg, die uns Angst macht. Wir brauchen keine „Kriegstüchtigkeit“, sondern „Friedenstüchtigkeit“, zu der es gehört, internationale wie innergesellschaftliche Konflikte ohne Gewalt zu bearbeiten“, so Michael Schulze von Glaßer von der Deutschen Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK).

Zugleich starten wir zum Internationalen Tag der Kriegsdienstverweigerung die Global Action #RefuseWar. Machen Sie mit! Tragen Sie auf einer interaktiven Karte Ihre Verweigerungserklärung ein. Mehr dazu unter www.refusewar.org.
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Bei Fragen wenden Sie sich bitte an:
Katharina Dietze, Bildungsreferentin bei Arbeitsgemeinschaft Frieden Trier, buero [aet] agf-trier.de,
0651/9941017