Pressemitteilung: Veranstaltungshinweis für Sonntag, 3. September 2017 um 16 Uhr im Antikriegshaus Sievershausen

                                             Sievershausen, 29.08.2017

„Arzt hätt‘ ich nicht werden dürfen.“ – Das Eichmann Protokoll - Eine Aufführung der hannoverschen kammerspiele

Zum Antikriegstag (1. September, Jahrestag des deutschen Überfalls auf Polen und damit Beginn des 2. Weltkrieges) zeigt das Nagelkreuzzentrum am Sonntag, 3. September um 16 Uhr im Antikriegshaus die Aufführung der hannoverschen kammerspiele „Arzt hätt‘ ich nicht werden dürfen.“ In mühevoller Kleinarbeit wurde aus den umfangreichen Verhörprotokolle des Prozesses gegen Adolf Eichmann ein Theaterstück entwickelt. ‚Oberstummbannführer‘ Eichmann, zentrale Figur bei der Organisation der Judenvernichtung und Inbegriff des Schreibtischtäters, der sich direkt nach dem Krieg nicht allzu weit von hier entfernt, in Altensalzkoth in der Südheide, versteckten konnte, bevor ihm zur Flucht nach Südamerika verholfen wurde. Dort spürte ihn der israelische Geheimdienst nach langen Jahren auf und entführte ihn 1960 nach Israel, wo ihm in den folgenden Jahren der Prozess gemacht wurde und er 1962 hingerichtet wurde.

„Das sind keine persönlichen Entscheidungen gewesen. Wäre ich nicht dort gewesen, irgendjemand anderer hätte genau dieselben Entscheidungen treffen müssen, auf Grund der vorliegenden Weisungen, Verordnungen und Erlasse...“, eine von Eichmanns Rechtfertigungen während dieses Prozesses, bei dem dieser Prototyp einer Untertanenmentalität, die mit dem Dritten Reich keineswegs ausgestorben ist, jegliche persönliche Verantwortung von sich weist.

„Was Surholt und Schandry lesen und spielen ist eine Symphonie des Grauens: der amtlich verordnete und bürokratisch durchgeführte Massenmord an den europäischen Juden durch die Nationalsozialisten. Dabei gelingt es den Schauspielern, eindringlich das unvorstellbare Grauen und lähmende Entsetzen durch Eichmanns Bürokratenfassade scheinen zu lassen,“ schrieb der Bonner Generalanzeiger anläßlich einer Aufführung, und derKölner Stadtanzeiger bescheinigte die „Inszenierung der so genannten Eichmann-Protokolle auf so kraftvolle Art und Weise, die Zweifel an der perfiden Zerstörungskraft der NS-Diktatur nicht gestattet.“

Der Eintritt ist frei.

Anhang: 

Veranstaltungsinformationen

Datum: 

03.09.2017 - 16:00

Bild für Galerie: 

Harald Schadry
Bernd Surholt